Eine Pilzinfektion im Mund – klingt unspektakulär, kann jedoch das Wohlbefinden und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Besonders Senioren und pflegebedürftige Menschen sind häufig betroffen, da ihr Immunsystem geschwächt sein kann. In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über Mundsoor wissen müssen.
Mundsoor, auch bekannt als orale Candidose, ist eine Infektion der Mundschleimhaut, die durch den Hefepilz Candida albicans verursacht wird. Dieser Pilz ist ein gewöhnlicher Bewohner unserer Mundflora und stellt normalerweise keine Gefahr dar. Doch unter bestimmten Umständen, wie bei einem geschwächten Immunsystem, kann er sich stark vermehren und Beschwerden auslösen.
Typisch für Mundsoor sind weisse bis graue, abwischbare Beläge auf der Mundschleimhaut, die oft von Rötungen und Schmerzen begleitet werden. Neben der Mundhöhle können auch der Gaumen, die Zunge, das Zahnfleisch und die Lippen betroffen sein.
Symptome, die man nicht ignorieren sollte
Die Symptome von Mundsoor können vielseitig sein und reichen von leichter Irritation bis hin zu starken Beschwerden. Typische Anzeichen sind:
- Weisse, abwischbare Beläge auf Zunge und Mundschleimhaut
- Rötungen und Schwellungen
- Mundtrockenheit und Brennen
- Schmerzen beim Essen oder Trinken
- Geschmacksveränderungen
- Mundgeruch
- In schweren Fällen: Halsschmerzen oder Beschwerden beim Schlucken
Werden diese Symptome nicht rechtzeitig behandelt, kann sich die Infektion ausbreiten, beispielsweise in die Speiseröhre, was zu weiteren Komplikationen führen kann.
Warum sind Senior:innen besonders anfällig?
Mit zunehmendem Alter erhöht sich das Risiko für Mundsoor, und das aus mehreren Gründen:
- Schwächung des Immunsystems: Senior:innen können durch altersbedingte Erkrankungen, chronische Leiden oder Medikamente wie Antibiotika und Immunsuppressiva anfälliger für Infektionen sein.
- Zahnprothesen: Nicht optimal sitzende oder schlecht gereinigte Prothesen bieten ideale Bedingungen für das Wachstum von Hefepilzen.
- Mundtrockenheit: Viele ältere Menschen leiden an Mundtrockenheit, sei es altersbedingt oder als Nebenwirkung von Medikamenten. Ein trockener Mund begünstigt die Vermehrung von Pilzen.
- Ernährung: Eine kohlenhydratreiche Ernährung kann Hefepilze fördern.
- Chronische Erkrankungen: Diabetes mellitus, Krebserkrankungen oder andere Leiden, die das Immunsystem belasten, erhöhen das Risiko.
Diagnose und Behandlung: Was tun bei Mundsoor?
Wenn der Verdacht auf Mundsoor besteht, ist der erste Schritt der Gang zum Arzt. Ein Hausarzt oder HNO-Arzt kann die Diagnose meist schon anhand der typischen Beläge und Beschwerden stellen. In einigen Fällen wird ein Abstrich genommen, um die genaue Ursache zu klären. Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Infektion:
Lokale Behandlung
Antimykotische Medikamente – also Arzneimittel, die bei Pilzinfektionen helfen – wie Nystatin oder Miconazol werden direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Diese Mittel sind oft als Lösung, Gel oder Mundspülung erhältlich und wirken schnell. Zudem gibt es antimycotische Lutschtabletten, die schnell Linderung bringen können.
Systemische Behandlung
Bei schweren oder wiederkehrenden Infektionen kann der Arzt antimykotische Medikamente in Tablettenform verschreiben, wie Fluconazol.
Unterstützende Massnahmen
Gute Mundhygiene ist essenziell. Zahnbürsten sollten regelmässig gewechselt, Zahnprothesen sorgfältig gereinigt und desinfiziert werden.
Die Behandlungsdauer variiert, beträgt aber meist 7 bis 14 Tage. Wichtig ist, die Therapie konsequent durchzuführen, auch wenn die Symptome bereits abgeklungen sind, um ein Wiederauftreten zu verhindern.
Hausmittel: Unterstützende Hilfe im Alltag
Hausmittel können bei der Linderung der Beschwerden von Mundsoor unterstützend wirken, auch wenn die medizinische Behandlung im Vordergrund steht. Spülungen mit Salbei oder Arnika beispielsweise beruhigen die Schleimhäute und wirken entzündungshemmend. Zudem sollte man auf saure und scharfe Speisen verzichten, da diese die ohnehin empfindliche Mundschleimhaut zusätzlich reizen können. Eine sorgfältige Zahn- und Prothesenpflege ist ebenfalls wichtig: Zahnbürsten, Prothesen und auch Schnabeltassen sollten regelmässig gereinigt werden, um die Vermehrung von Pilzen zu verhindern.
Praktische Tipps zur Vorbeugung
Vorbeugen ist besser als heilen – dieses Motto gilt auch bei Mundsoor. Hier sind einige Tipps, um das Risiko zu minimieren:
Mundhygiene
- Mindestens zweimal täglich Zähne putzen.
- Zahnprothesen nach jeder Mahlzeit reinigen und über Nacht in einer Reinigungslösung aufbewahren.
- Antimykotische Mundspülungen können nach Rücksprache mit dem Arzt vorbeugend verwendet werden.
Ernährung
- Zucker- und hefereiche Lebensmittel meiden.
- Stattdessen auf eine ausgewogene, vitaminreiche Kost setzen.
- Ausreichend trinken, um die Mundschleimhaut feucht zu halten. Wasser und ungesüsster Tee sind ideal.
Rauchverzicht
Rauchen schädigt die Mundschleimhaut und fördert die Vermehrung von Pilzen.
Regelmässige Arztbesuche
Zahnärztliche Kontrolltermine wahrnehmen, um Probleme frühzeitig zu erkennen.
Aufmerksamkeit zahlt sich aus
Mundsoor mag zunächst harmlos erscheinen, kann jedoch ohne Behandlung erhebliche Beschwerden verursachen. Besonders bei Senior:innen und Pflegebedürftigen ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden. Mit guter Mundhygiene, einer gesunden Lebensweise und regelmässigen Arztbesuchen lässt sich das Risiko deutlich senken.
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